CO2 in der Schule einsparen

29 Neuntklässler der Schule am Meer (SaM) in Büsum haben sich gemeinsam mit ihrem Lehrer Christian Zenner mit dem wichtigen Thema beschäftigt, wie die Schule dazu beitragen kann, CO2 Emissionen zu verringern.
Dazu bildeten die Schülerinnen und Schüler im Wahlpflichtfach FuN (Forschen und Naturwissenschaft) Arbeitsgruppen, um einzelne Ideen auszuarbeiten. Mit ihrer Projektarbeit nahmen sie teil an der Projektwoche „Low-Emission-Schools in Norddeutschland“ und waren damit eine von über 240 teilnehmenden Schulen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Bei der öffentlichen Präsentation ihrer Ergebnisse baten die Schülerinnen und Schüler auch um finanzielle Unterstützung zur Umsetzung ihrer einzelnen Vorhaben.
Zur Präsentation waren erschienen: Peter Boljen (Sparkasse Westholstein), Veronika Kolb (2. stellv. Kreispräsidentin); Andreas Amberg (Kreistagsabgeordneter), Joachim Laabs (2. stellv. Bürgermeister von Büsum); Britta Baar, Tanja Bröcker, Annette Schulze und Dietmar Böcker (Gemeindevertretung Büsum); Monique Behrmann (SaM Förderverein) sowie Schulleiter Kurt Siemund und sein Stellvertreter Kai Giese.
Was in den meisten Haushalten schon eine Selbstverständlichkeit ist, möchte die erste Gruppe an der SaM umsetzen: Mülltrennung. Ihr Ziel ist es, dass mehr Wertstoffe wie Papier und Metall dem Recycling-Kreislauf zugeführt werden, um somit CO2 einzusparen und Nachhaltigkeit zu fördern. Damit es für sowohl für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, als auch für das Reinigungsteam leichter wird, möchten sie weitere Abfalltrennbehälter für die Schule anschaffen, um diese an zentralen Orten im Gebäude zu platzieren.
Die zweite Arbeitsgruppe möchte alle Batterien in der Schule durch Akkus, welche mit Solarenergie aufgeladen werden, ersetzen. Batterien stecken zum Beispiel in Lichterketten und Computermäusen. Ein Prototyp mit Solarpanel ist bereits gebaut. Ziel dieser Gruppe ist es, den CO2 Ausstoß zu verringern, indem kein Zink und kein Lithium, wie in herkömmlichen Batterien, verbraucht wird.
Gruppe drei nahm die Pausenverpflegung unter die Lupe. Einsparung von CO2 ist möglich, wenn auf die richtigen Brotbeläge und Brotsorten geachtet wird. Dunkle Brötchen, Marmelade, Honig und Ei sollen Weizenbrötchen, Salami und Käse ersetzen. Zusätzlich plant diese Gruppe regelmäßige Aufklärung zum Thema nachhaltige Ernährung.
Energiegewinnung durch Gehen war das Thema von Gruppe vier. Zu realisieren wäre dies mit V3 Platten der Firma Pavegen, welche in stark frequentierten Bereichen der Schule und in der Fußgängerzone von Büsum platziert werden. Leider ist die Anschaffung kostspielig.
Die Mitschüler zur Einsparung von CO2 im Klassenzimmer zu motivieren, ist Ziel von Gruppe fünf. Dazu planen sie die Platzierung von Schildern in allen Klassenräumen, welche zum Beispiel an das Lichtausschalten erinnern sollen.
Der „Büchertausch-Strandkorb“ ist die Idee von Gruppe sechs. Dafür hat diese Arbeitsgruppe mit dem Umbau eines alten Strandkorbs zu einem Bücherregal begonnen. Außerdem werden Bücherspenden gesammelt.
Arbeitsgruppe sieben präsentierte ihr Teich-Projekt. Der Teich soll in der Nähe der Blumenwiese angelegt werden. In diesem Projekt erfolgt die Reduzierung des CO2 Ausstoßes durch eine Wasserlinsenzucht. Wasserlinsen sind proteinreich und dienen Wildtieren als Nahrung. Artenvielfalt wird gefördert. Die Gruppenmitglieder schildern den Aufbau des Teichs, und sie haben bereits als Prototyp zwei Linsenarten gezüchtet.
Nach den Projektpräsentationen war Dietmar Böcker beeindruckt von der Arbeit der Schülerinnen und Schüler. Er stellte in Aussicht, dass die Kosten teilweise von der Gemeinde übernommen werden könnten. Für die weitere Finanzierung könnten Fördergelder beantragt werden. Auch Veronika Kolb lobte das Engagement der Arbeitsgruppen. Außerdem motivierte sie zur Teilnahme an „Jugend im Kreistag“ und einer Besichtigung der Müllaufbereitung in Bargenstedt. Die fehlerfreien Präsentationen und die gewählten Themen lobte Britta Baar. Als Förderer des Projekts „Low-Emission-Schools in Norddeutschland“ meldete sich Peter Boljen von der Sparkasse Westholstein zu Wort. Er weist auf Einreichung von Ideen beim Wettbewerb „Gut für Schulen“ hin. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Förderung über das PS-Sparen. Ein Teil des Lotterieeinsatzes fließt in regionale Projekte. Joachim Laabs war angenehm überrascht über die vorgestellten Projekte. Er räumte ein, dass ihm als Salami-Fan nicht bewusst war, welch Umweltfrevel das bedeute. Er versprach, mit den anderen Gemeindevertretern über die Ideen der Schülerinnen und Schüler zu sprechen. Tanja Bröcker plant lokale Firmen anzusprechen, um finanzielle Unterstützung zu erhalten. Sie ist genau wie Monique Behrmann begeistert von den Lösungsansätzen aus den einzelnen Präsentationen. Beide motivierten die Schülerinnen und Schüler, in der offenen Bürgersprechstunde vorzusprechen. „Die Jugend ist ja doch aktiv“, schmunzelte Andreas Amberg. Auch er gab zu, nun ins Grübeln zu kommen wegen des Salami-Konsums. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Veronika Kolb für die Einladung der Politik zu den Präsentationen. „Macht weiter so“, sagte sie.
Text und Fotos: Claudia Brandt
















