Liebe Schulgemeinschaft,

die ab 31.10.2021 geltende Schulen-Coronaverordnung finden Sie unter diesem Link. Die Ergänzungen insbesondere zur MNB-Pflicht mit Gültigkeit ab 21.11.2021 finden Sie auf dieser Seite des Ministeriums. Der Hygieneleitfaden für das Schuljahr 2021/22 ist unter diesem Link zu finden.

Eine Übersicht über anstehende Termine im Schuljahr 2021/22 finden Sie hier.

Viele liebe Grüße

Kurt Siemund
- Schulleiter -

News

Lesung mit Kinderbuchautor Kai Pannen

Der Gemeindebücherei Büsum war es gelungen, Illustrator und Kinderbuchautor Kai Pannen für eine Lesung zu gewinnen. Die Einladung der Schulklassen und des Autors ist im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen erfolgt. Es nehmen viele Büchereien in Schleswig-Holstein daran teil. Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassenstufen und ihre Lehrkräfte kamen in den Genuss, einige Kapitel aus seinem ersten Buch „Du spinnst wohl!“ vorgetragen zu bekommen. Das Buch erschien im Jahr 2015 und ist ein Adventskalenderbuch in 24 Kapiteln. Erzählt wird die Geschichte von Fliege Bisy und Kreuzspinne Karl-Heinz. Inzwischen sind in dieser Reihe vier Bände erschienen, der fünfte Band folgt im Januar 2022.

Da er auch die Illustrationen in seinen Büchern selbst fertigt, durften die Schülerinnen und Schüler am Ende der Lesung eine Szene aussuchen, in der Protagonist Karl-Heinz spontan gezeichnet werden sollte. Die Viertklässler wählten Kreuzspinne Karl-Heinz beim Breakdance, die dritten Klassen wünschten sich die übergewichtige Spinne in einer Achterbahngondel. Der Illustrator konnte mit viel Phantasie die Ideen sofort umsetzten und schenkte den Kindern am Ende die Bilder.

Alle Gäste, nicht nur die Kinder, zeigten sich begeistert von der Lesung und bedankten sich beim Team der Gemeindebücherei für die Einladung sowie bei Kai Pannen für die kurzweiligen Schulstunden.

Text und Fotos: Claudia Brandt

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SaM-Projekte sind „gut für Schulen“

Sparkasse Westholstein prämiert zwei Projekte der Schule am Meer

Dr. Kirstin Poremba und Alexandra Schuda hatten sich in diesem Jahr gemeinsam für den Wettbewerb „Gut für Schulen“ beworben. Das Projekt „Mut zur Wildnis – Jede Blüte zählt“ wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach ausgezeichnet. Nun möchte Dr. Kirstin Poremba es weiterentwickeln. Neu ist das Projekt „Gemüseanbau in Hochbeeten“, welches Alexandra Schuda im Fach Verbraucherbildung mit Klassenstufe sieben ins Leben gerufen hat. Nun flatterten erfreuliche Nachrichten ins Haus: Die Jury hat das Engagement der SaM prämiert! 600€ werden bereitgestellt, damit die Projekte fortgeführt werden können.

„Die Schülerinnen und Schüler haben selbstständig einen Standort gesucht, die Gemüsesorten ausgewählt und sich Informationen zur Pflege der einzelnen Pflanzen eingeholt. Zusätzlich wurden Beeren, Tomaten und Kohlpflanzen in Töpfe und Kübel gepflanzt. Durch das Anpflanzen der verschiedenen Kulturen haben wir im Unterricht über Bio und Fairtrade gesprochen, konnten ‚normal wachsende‘ Pflanzen mit Züchtungen aus dem Gewächshaus vergleichen und den Geschmack von gekauften und selbst geernteten Tomaten vergleichen. Dieses Projekt hat ein Lernen mit allen Sinnen ermöglicht, welches den Schülerinnen und Schülern nicht nur sehr viel Freude bereitet hat, sondern auch einen unvergessliches Lernerlebnis beschafft hat“, resümiert Alexandra Schuda.

Die beiden Lehrkräfte planen bereits die nächsten Schritte, dazu zählen eine Steuobstwiese und ein Schulgarten mit Gemüse und Beerenfrüchten.

Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!

Text: Claudia Brandt

Fotos: KiPo, A. Schuda

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Forschungskiste "invasive Arten"

Erneut hatten Schülerinnen und Schüler der Schule am Meer (SaM) Gelegenheit, sich für einige Stunden wie Wissenschaftler zu fühlen. Malik Driver von "Science Transfer Mission" hatte dieses Mal die Sechstklässler besucht und seine Forschungskiste "invasive Arten" im Gepäck. Ebenfalls dabei war eine kleine Delegation des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo): Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Friederike Gethöffer und die Doktorandin Franziska Schöttes aus Hannover sowie Robabe Ahmadi vom Büsumer Standort, die zuständig ist für die Öffentlichkeitsarbeit.

vlnr: Malik Driver, Robabe Ahmadi, Dr. Friederike Gethöffer und Franziska Schöttes

In der Unterrichtseinheit wurden zunächst Fachbegriffe geklärt und zur Vertiefung dazu Aufgaben bearbeitet. Außerdem mussten in einem Memory-Spiel Tierart und jeweilige Beschreibung zusammengebracht werden. Kleine Experimente wird die Schülergruppe mit dem ehemaligen SaM-Schüler Malik Driver zu einem späteren Zeitpunkt durchführen, da die Materialien dazu leider nicht rechtzeitig eingetroffen waren.

Nebenbei evaluierten die Sechstklässler diese Foschungskiste, damit "Science Transfer Mission" gemeinsam mit dem Expertenteam des ITAW sie ggf. noch optimieren kann. Die Tierärztin Franziska Schöttes führte kleine Interviews mit Schülerinnen und Schülern. Es ging um die Beantwortung leichter Fragen zum Erlernten.

Dr. Friederike Gethöffer berichtete, dass sie und ihr Team mit einer analogen Forschungskiste zum Thema "invasive Arten" Schulklassen in Niedersachsen besuchen. Worauf sich die Büsumer Schülerinnen und Schüler bei den Experimenten freuen dürfen, zeigt nachfolgendes Foto (copyright ITAW, TiHo Hannover):

Text und Fotos: Claudia Brandt, KiPo

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FranceMobil erneut zu Gast an der Schule am Meer

Wie schon vor zwei Jahren machte das FranceMobil Halt an der Büsumer Schule am Meer (SaM). Dieses Mal war Manon Garandeau, die aus Nantes stammt und im Moment in Hamburg lebt, angereist, um den Schülerinnen und Schülern die französische Sprache und Kultur näher zu bringen. 20 Jahre existiert das Projekt bereits. Angeboten wird es vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) in enger Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft/ Institut français Deutschland.

Zu Beginn einer Unterrichtseinheit, die in etwa die Länge einer Schulstunde in Anspruch nahm, stellte Manon Garandeau sich als „animatrice FranceMobil“ vor. Sie ist eine von zwölf Französischlektoren und unter anderem für das Bundesland Schleswig-Holstein zuständig. Gleich zu Beginn machte sie deutlich, dass in den nächsten Minuten nur Französisch erlaubt ist. Danach folgten einige Spiele und Aufgaben, die dem Lernniveau der jeweiligen Schülerinnen und Schüler angepasst waren. Sie hatte vielfältige Unterrichtsmaterialien im Gepäck, die unter anderem dazu dienten, das freie Sprechen und das Hörverständnis zu verbessern. Bevor es zur Pause klingelte, hatte jede Gruppe Gelegenheit, der Lektorin Fragen auf Deutsch zu stellen. Die Schülerinnen und Schüler waren beispielsweise daran interessiert, was Garandeau am liebsten isst in Deutschland und in Frankreich, ob es schwierig ist, die deutsche Sprache zu erlernen und wie ein typischer Schultag in Frankreich aussieht.

Text und Fotos: Claudia Brandt

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Zeitzeugen berichten über die Atomkatastrophen

Veranstaltung im Rahmen der Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fokushima

Nach den Katastrophen von Tschernobyl (1986) und Fokushima (2011) wurde über die Medien umfassend informiert. Persönliche Eindrücke und Erlebnisberichte von Menschen, die eine der Katastrophen selbst miterlebt haben, sind in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung, weil Zuhörer und Zuhörerinnen auf diese Weise vermittelt bekommen, wie es den Betroffenen wirklich ergangen ist, wie es ihnen heute geht und wie die Unfälle ihr Leben verändert haben. Daher war es für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Schule am Meer (SaM) gleichermaßen spannend, eine Delegation aus Japan und der Ukraine für eine Veranstaltung an der eigenen Schule begrüßen zu dürfen. Ermöglicht hat diesen Thementag die Heinrich-Böll-Stiftung in Schleswig-Holstein. Martin Kastranek und Dr. Gilbert Sieckmann-Joucken von der Heinrich-Böll-Stiftung, der japanische Journalist Shu in Begleitung der Übersetzerin Chihiro Tanaka sowie die ukrainischen Zeitzeuginnen Nataliia Tereshchenko und Tetiana Semenchuk in Begleitung des Kieler Studenten und Übersetzers Danylo Momot waren zu Gast in der Büsumer Schule.

Nach kurzer Begrüßung durch Dr. Katharina Keil, die sich herzlich bei der Heinrich-Böll-Stiftung für das Ermöglichen dieser Veranstaltung bedankte, wurde ein kurzes Video über die atomaren Unfälle zur Einführung gezeigt. Dabei wurden auch die unterschiedlichen Ursachen – menschliches Versagen in Tschernobyl und gleich zwei Naturkatastrophen in Fukushima – erläutert.

Dann kamen die Zeitzeugen zu Wort. Tetiana Semenchuk war 20 Jahre alt, hochschwanger und lebte zum Zeitpunkt der Katastrophe in der modernen Stadt Pripjat. Die Stadt mit rund 40.000 Einwohnern war schön und grün, die Bevölkerung jung (durchschnittlich 30 Jahre). Es handelt sich dabei um die Stadt, die dem Reaktor am nächsten ist. Bis zum atomaren Unfall lebte Semenchuk dort sehr zufrieden. Als sich dann am 27.04.1986 die Atomkatastrophe ereignete, dachte sie: „Das Leben ist zu Ende!“ Pripjat ist heute eine Geisterstadt. Die Einwohner wurden damals mit Stadtbussen, Militärbussen und Zügen evakuiert. Es durfte nur das Nötigste mitgenommen werden. Auch Haustiere mussten zurückgelassen werden. Zunächst dachten einige, dass dies nur vorrübergehend notwendig sei.

Laborärztin Nataliia Tereshchenko erhielt im Sommer 1986 den Befehl, als Liquidatorin nach Tschernobyl zu gehen. Zugesichert wurden ein Aufenthalt von 20 Tagen und eine Stationierung rund 60 km entfernt vom Reaktor. Aus 20 wurden 33 Tage, der Einsatzort war in Wirklichkeit nur 9 km vom Unglücksort entfernt und zudem musste sie bis zu 14 Stunden täglich arbeiten. Ihre Aufgabe war es, am Mikroskop Abweichungen im Blutbild festzustellen. Jeden Morgen um 6.00 Uhr, so berichtete sie, kam ein Bus mit bis zu 40 Leuten, die untersucht werden mussten. Um 20.00 Uhr war erst Feierabend. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen hatten nur einen Kittel und eine OP-Maske und keinerlei Schutz vor Verstrahlung. Sie zeigte ein Gruppenbild in schwarz-weiß von ihrem Team. Von den abgebildeten Personen leben heute lediglich noch zwei. Doch auch sie hatte und hat mit starken gesundheitlichen Schäden zu kämpfen. Noch immer leidet sie an einer radioaktiven Verbrennung im Hals. Außerdem hatte sie mehrere OPs wegen Thrombose und einem Geschwür in der rechten Hand. Sie erzählte, dass insgesamt 250.000 Menschen als Liquidatoren tätig waren, darunter beispielsweise auch Friseure. Nicht vergessen kann sie einige dramatische Szenen, die sie bei den Neuankömmlingen in den Bussen tagtäglich erlebte. Die Menschen haben geweint, als sie ihre gute Kleidung abgeben mussten und zum Austausch minderwertige Kleidung bekamen. Außerdem wurden Familien getrennt, wenn bei einem Familienmitglied die Blutwerte schlecht waren und diese Person ins Krankenhaus musste. Mangels Erfahrung mit Opfern von Verstrahlung starben schwer betroffene Patienten, die anderen wurden ihren Ausführungen zufolge „irgendwie behandelt“. Generell waren die Leute wütend und traurig zugleich, dass sie alles verlassen mussten. Erschreckend war auch die Informationspolitik. In den Medien wurde zunächst von einem Brand im AKW gesprochen. Über das Ausmaß und die Folgen wurde so lange wie möglich geschwiegen. Der Vater von Tereshchenko war Physiker. Ihm war nach dieser Meldung sofort klar, dass es eine große Katastrophe war. Die Liquidatoren vor Ort wurden ebenfalls gezwungen, keine Informationen nach außen zu tragen. Aus der Klinik durfte die Laborärztin einmal pro Tag mit ihrer Familie telefonieren. Es war ihr untersagt, über die katastrophalen Arbeitsbedingungen zu sprechen. Bei Zuwiderhandlung wurde die Leitung sofort gekappt. Auch nach Rückkehr wurden den Liquidatoren auferlegt, nur dosiert über das Erlebte zu sprechen. Nataliia Tereshchenko berichtete auch von ihren Erlebnissen nach Feierabend rund um das Klinikgelände. So beobachtete sie eine Ente mit ihren Küken. Am Folgetag waren alle Küken verendet. Außerdem erzählte sie von Katzennachwuchs, der teilweise mit erschreckenden Missbildungen, zum Beispiel mit zwei Köpfen, zur Welt gekommen war. Aufgrund fehlender Aufklärung verzehrte die Bevölkerung vielfach kontaminiertes Fleisch, Obst und Gemüse sowie Grundwasser. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wurden Experten zur Überprüfung der Nahrungsmittel auf Verstrahlung eingesetzt.

Shu ist eigentlich Journalist und hatte sich nach dem atomaren Unfall in Fokushima inkognito als Arbeiter eingeschleust, um die wahren Umstände zu erleben. Auch hier und trotz moderner Medien wurden der Bevölkerung Informationen verschwiegen. Die Arbeit als Liquidator war freiwillig. Im Gegensatz zu den Aufräumarbeiten in Tschernobyl stand den Arbeitern auch Schutzkleidung zur Verfügung. Doch bei Temperaturen über 50 Grad war es äußerst anstrengend, in den Schutzanzügen zu arbeiten. Shu berichtete, dass die Evakuierten in einem Container-Dorf untergebracht wurden. Betroffene Kinder wurden an den Evakuierungsorten von den anderen Kindern ausgegrenzt. Im Jahr 2017 wurde die Bevölkerung jedoch zur Rückkehr gedrängt. Ferner wusste Shu zu berichten, dass die Menschen der Präfektur Fokushima ihre eigenen Anbauprodukte essen mussten.

Nach den Erlebnisberichten der Zeitzeugen teilte sich die Gruppe auf, so dass Tetiana Semenchuk, Nataliia Tereshchenko und Shu den Schülerinnen und Schülern in kleineren Gruppen weitere Fragen beantworten konnten.

Der Schultag endete mit einem Planspiel. Zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler gruppenweise zu folgenden Themengebieten vorbereitet: Elektromobilität, persönliche Freiheit durch individuelle Mobilität, ÖPNV, autofreie Innenstädte und Tempolimit. Nach der Mittagspause wurden diese Themen in Form einer Podiumsdiskussion diskutiert. Dr. Katharina Keil fasst zusammen: „Schnell wurde klar, dass zum Thema ‚Tempolimit‘ die Positionen recht weit auseinander lagen. Immerhin konnte man sich darauf einigen, ein Tempolimit nicht komplett abzulehnen, wenn auch z.T. mit Vorschlägen einer höheren Geschwindigkeit (etwa 150 km/h) als Begrenzung. Die Argumente der Gruppe ‚persönliche Freiheit‘ gingen ebenfalls stark in diese Richtung. Den Vorschlägen zu autofreien Innenstädten wurde überwiegend mit Zustimmung begegnet, dass es Regelungen für Gewerbe und Lieferverkehr geben müsste, wurde allerdings auch deutlich. Gut dazu passte die Argumentation der ÖPNV-Gruppe, die sehr ausführlich und konkret darlegte, wie der ÖPNV im ländlichen Raum und in Städten gestaltet werden könnte. Auch das Publikum schaltete sich mit Ergänzungen und Zwischenfragen, wie etwa zur Baustellenproblematik und zu Finanzierungsfragen, ein. Obwohl nicht in allen Punkten Einigung erzielt werden konnte, hat die Diskussion verschiedene Perspektiven in Bezug auf die Mobilität der Zukunft eröffnet und zum Weiterdenken angeregt.“

Text und Bilder: Claudia Brandt

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