Viertklässler zu Gast bei ALADIN

Der Besuch des Außerschulischen Lernorts ALADIN der Abfallwirtschaft Dithmarschen GmbH (AWD) und der Kompost-, Bauschutt-, Altstoffaufbereitungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG (KBA) in Bargenstedt ist seit Jahren ein spannender und lehrreicher Tagesausflug der Büsumer Grundschüler. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse und schärft das Bewusstsein der Kinder zu den Themen Abfallvermeidung, -trennung, und -recycling. Als Nationalpark- und Verbraucher-Schule zeigt die Schule am Meer (SaM) auch mit der Beteiligung an diesem Lernangebot ihr reges Interesse an Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstem Umgang mit Müll. Dankbar ist die SaM, dass von den Kooperationspartnern AWD und KBA sogar die Fahrtkosten übernommen werden.

Andrea Vanselow, Leiterin des Grundschulteils, begleitete in diesem Jahr die Klasse 4b. Begrüßt wurde die Gruppe von Katrin Martens, die bei der AWD zuständig ist für Umweltbildung. Es folgte eine Führung über das Gelände des Recyclinghofs. In der Schadstoffsammlung gab es wichtige Informationen über die Gefahren, die von entsorgten Glühbirnen ausgehen, und warum es wichtig ist, alte Kabel zu sammeln, um diese wieder in den Produktionskreislauf zu bringen. In der Kiesgrube landet Bauschutt, der geschreddert wird und auf diese Weise zu Kies für den Straßenbau umgewandelt wird. Schüler Conner zeigte sich beeindruckt: „Ich habe mir nicht vorstellen können, dass der Bauschutt unserer alten Grundschule auch in der Kiesgrube in Bargenstedt z.T. gelandet ist, um dort weiterverarbeitet zu werden.“ Sein Mitschüler Luca meinte: „Ich fand es super interessant zu sehen, wie viele verschiedene Sand- und Kiesgrößen entstehen, wenn der Bauschutt recycelt wird.“

Weiter ging es zu den großen Lagerhallen, in denen die Müllwagen Bio-, Papier- und Verpackungsmüll abladen. Schüler Arved sagte: „Es war voll cool zu sehen, was für riesige Fahrzeuge den Müll auf dem Gelände transportieren, z.B. der Radlager beim Papiermüll.“

Lediglich zwei Mitarbeiter überprüfen den Biomüll auf Stoffe, die da nicht hinein gehören und sortieren diese von Hand aus. Das stimmte Schülerin Yasmin nachdenklich: „Ich hätte nicht gedacht, dass der Biomüll von zwei Männern per Hand nachsortiert werden muss.“

Danach wird Bioabfall in die große Rottehalle verbracht, wo er zu wertvollem Kompost wird. Zur Beschleunigung der Kompostierung durch die Sauerstoffzufuhr werden die Abfälle dort wöchentlich von einer riesigen Maschine umgesetzt. Bei Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius ist der Vorgang nach rund 13 Wochen abgeschlossen. Schüler Ben sagte dazu: „Mich hat beeindruckt, wie warm die Erde ist, die aus der Rottehalle des Kompostierwerks kommt.“

Nach einer kleinen Frühstückspause hatten die Kinder Gelegenheit bei einer Rallye auf dem ALADIN-Gelände ihr Wissen zu vertiefen. Es gab Lernstationen zur Kreislaufwirtschaft, einen Müllfriedhof, Tastkästen, das Spiel „Müllangeln“, einen Barfußpfad und eine begehbare Kompostmiete. Andrea Vanselow schildert ihre Eindrücke nach dem Besuch: „Das war ein rundum gelungener Vormittag mit viel interessantem Input. Bereits vor diesem Tag wussten die Kinder, warum es wichtig ist, Müll richtig zu trennen und am besten zu vermeiden. Doch nach diesem Besuch waren sie von der Notwendigkeit noch mehr überzeugt, da sie von den Müllmengen erschüttert waren und erfahren haben, was für schwere und zum Teil auch unangenehme Arbeit dadurch entsteht. Denn den Geruch fanden sie an einigen Plätzen recht unangenehm.“

Fotos: Andrea Vanselow

Collagen: Claudia Brandt

Text: Andrea Vanselow, Claudia Brandt