„Breakout“ im Biologieunterricht

Neue Unterrichtsmethode verfestigt spielerisch Lernstoff

 

Viele Wochen Vorbereitungszeit hat es Biologielehrerin Jessica Heinrich von der Schule am Meer gekostet. Gleich nach den Herbstferien testete sie erstmalig ein für deutsche Schulen noch recht neues Unterrichtskonzept: Ein „Breakout Game“. Die Methode ist dem „Escape Room“ nachempfunden. Dabei handelt es sich um ein Abenteuerspiel, was die Teilnehmer in eine bedrohliche Situation versetzt, aus der sie nur durch Lösung eines Rätsels und unter Zeitdruck herauskommen.

Zu Beginn des Biologieunterrichts erhielten die Schülerinnen und Schüler der Q2b ein Einstiegsszenario: Weltweit kommt es zu einem Anstieg von Gewaltausbrüchen, Wissenschaftler machen dafür eine Gen-Mutation verantwortlich und suchen nach einem Weg, die sog. MAOA-Gene auszuschalten. Ein japanisches Forscherteam steht kurz vor dem Durchbruch, die Menschheit zu retten. Doch bevor sie finale Tests durchführen können, wird das Labor überfallen. Die Forscher sind spurlos verschwunden, haben jedoch zuvor ihre bisherigen Ergebnisse versteckt.

Die Q2b muss fünf biologische Rätsel, basierend auf dem aktuellen Unterrichtsstoff, lösen. Die richtige Lösung ergibt jeweils den Code für die Öffnung eines Zahlen- bzw. Buchstabenschlosses. Zuletzt öffnen sie eine Holzbox, in der sie Schokolade und eine Danksagung finden, dass sie die rettenden Forschungsergebnisse gefunden haben.

Jessica Heinrich ist zufrieden mit dem Verlauf ihres ersten „Breakout Games“ im Klassenzimmer und ist sich sicher, es noch mit weiteren Klassen zu probieren. „In den USA ist diese Methode viel populärer als bei uns“, berichtet sie und fügt hinzu: „Der Klassenzusammenhalt wird gefördert, außerdem prägt sich das Gelernte sehr gut ein.“ Die Schülerinnen und Schüler bewerten die Unterrichtsmethode ebenfalls positiv. „Ich fand es abwechslungsreich. Wenn man was nicht wusste, hatte man in der Gruppe jemanden, der einem helfen konnte“, meint Marco Wiegand.

Text und Fotos: Claudia Brandt