Zwei SaM-Projekte mit Umweltpreis ausgezeichnet

Am 26. Juni 2019 wurden 17 Projekte mit dem Umweltpreis des Kreises Dithmarschen von Landrat Stefan Mohrdieck ausgezeichnet. Die Veranstaltung fand im Kreishaus in Heide statt. Zur fünfköpfigen Jury gehörten in diesem Jahr: Hans Detlef Petersen (stellvertretender Vorsitzender des Agrar- und Umweltausschusses des Dithmarscher Kreistages), Walter Denker (Kreisbeauftragter für Naturschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Dithmarschen), Claudia von der Heyde (Schulrätin), Katrin Martens (Abfallwirtschaft Dithmarschen GmbH als Vertreterin für die Gemeinschaft der Sponsoren) und Dirk Berking (Kreisbeauftragter für Natur und Umwelterziehung an Schulen). Die Jury hatte sich bei den Schulen am 6. und 7. Juni 2019 ein Bild gemacht, um die Projekte zu beurteilen. Gleich zwei Projekte von Biologielehrerin Dr. Kirstin Poremba und ihren Schülern sind ausgezeichnet worden:

 

1. Die EO siegte bei den Klassestufen zehn bis 13 mit dem Projekt "Meer Plastik frei - Wir sind dabei" und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 350 €

 

2. Die 8c wurde mit einem Sonderpreis geehrt und erhielt 150 € für die intensive Nachhaltigkeitsarbeit am Projekt "Mut zur Wildnis - Jede Blüte zählt"

 

 

Dr. Kirstin Poremba zum Projekt "Meer Plastik frei - Wir sind dabei":

 

Projektskizze
Das Projekt MEER-PLASTIK FREI-WIR SIND DABEI besteht seit 2018 an unserer Schule am Meer und wurde von unserer Klasse und unserer Biologielehrerin Frau Dr. Kirstin Poremba ins Leben gerufen.
Wir, die Schülerinnen und Schüler der EO Biologie, haben uns im Ökologie Kurs mit der unsichtbaren Gefahr des Mikroplastiks im Meer beschäftigt.
Durch die Bioakkumulation in den Nahrungsketten gelangt das Mikroplastik wieder zurück in unseren Körper, da wir genauso wie der Seehund, die Kegelrobbe oder der Schweinswal ein Endverbraucher sind. 

Der Bumerang schlägt zurück!
Mikroplastik ist nicht gut,
es gelangt über Nahrungsketten in dein Blut
und macht dich krank dein Leben lang

Fakten:
An unseren Küsten, Flussufern und in unseren Meeren finden wir oft Plastikmüll (Plastiktüten, Plastikflaschen usw.).
Ein Blick auf das Meer täuscht dem Betrachter nur eine Sauberkeit vor.

1. Meerwasser hat unterschiedliche Dichten. Die Dichte des Meeres ist abhängig vom Salzgehalt und der Temperatur. Im Prinzip kann man sagen: je salzärmer und wärmer das Wasser ist, desto geringer ist seine Dichte. Im Umkehrschluss bedeutet dies: je salziger und je kälter das Wasser ist, desto dichter ist es. Die Dichteanomalie des Wassers sagt zusätzlich noch folgendes: Bei 4 Grad Celsius hat das Wasser seine größte Dichte.

2. Plastikteile haben ebenfalls unterschiedliche Dichten. Je nach Dichte lagern sich die Plastikteile in derselben Dichte der Meeressäule ab. Das kann am Meeresgrund, in der Wassersäule oder an der Meeresoberfläche sein.

3. Weniger offensichtlich, aber nicht weniger häufig, sind mikroskopisch kleine Kunststoffe, das Mikroplastik. Als Mikroplastik werden feste meist unlösliche synthetische Polymere (Kunststoffe) bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Mikroplastik:

a. Das primäre Mikroplastik findet in der Kosmetikproduktion als feines Plastikgranulat oder als flüssiges Plastik Anwendung.

b. Das sekundäre Mikroplastik entsteht beim Zerfall größerer Kunststoffteile durch die Einwirkung von Sonne, Wind und Wellen und wird als „Plastikpellets“ bezeichnet.

Mikroplastik sind also kleinste Kunststoffteilchen, die in verschiedenen Hygieneprodukten als Schleifmaterialien (Peelings, Zahnpasta) oder als Binde- und Füllmittel (Shampoo, Cremes, Make-up) benutzt werden. Über unsere Waschbecken gelangen diese Stoffe ins Meer.

Kläranlagen können die millimetergroßen Teilchen nur bedingt filtern. Ein Teil wird im Klärschlamm festgehalten. Der Rest gelangt über die Abwässer ins Meer. Im Meer angekommen, verbinden sie sich mit Detritus (organische Schwebepartikel) und ziehen zusätzlich Giftstoffe an. Diese kleinen Giftcontainer werden von Primärkonsumenten (Kleinstlebewesen, Zooplankton) mit Nahrung verwechselt und gefressen.
Der Einstieg in die Nahrungskette ist damit vollzogen. Kleinstlebewesen (Zooplankton) sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Fische. Diese werden wiederum von größeren Raubfischen gefressen. Der nicht abgebaute Kunststoff und die Schadstoffe können sich im Gewebe ansammeln und so Teil der Nahrungskette werden („Bioakkumulation“).
Mikroplastik wurde bereits in Kleinkrebsen, Muscheln, Fischen, Seehunden und im Menschen nachgewiesen
.
In Schweden ist Mikroplastik in Kosmetikprodukten verboten.

Auswirkungen der Mikroplastikaufnahme sind Gewebeveränderungen, Entzündungsreaktionen, toxikologische Auswirkungen, bis hin zu inneren Verletzungen und Todesfällen.
Über die Auswirkungen auf den Menschen ist bisher wenig bekannt, doch wurden bereits Mikroplastikteile im Darmtrakt des Menschen gefunden. Ob diese ins Blut resorbiert werden, ist noch unklar. Sicher ist, je kleiner der Plastikpartikel desto größer ist das Risiko der Resorption. Ist Mikroplastik erst in den Flüssen und dem Meer, kann es nicht wieder entnommen werden.

Der Zustand der Meeresumwelt ist besorgniserregend und die Auswirkungen sind kaum abzuschätzen. Daher muss der vermeidbare Eintrag von Mikroplastik gestoppt werden.

Hier kommt unser Projekt ins Spiel! Der „Umgang mit der Natur“ muss im Sinne der schwedischen Umweltaktivistin Greta verändert werden. Wir möchten ein Zeichen gegen die weltweite Plastikverschmutzung der Meere und das weltweite Artensterben setzen und uns aktiv einbringen durch

I. Achtsamkeit
1. Im Sommer 2018 haben wir das Ocean-clean-up Projekt (Boyan Slat, NL) zeitnah mit unterstützt, indem wir nach der schwedischen Idee Müll beim Joggen eingesammelt haben „Plogging“. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist diese schwedische Sportart, welche zusätzliche Muskelgruppen trainiert und der Umwelt hilft, mit in unser Schulprogramm aufgenommen worden.

2.  Wir haben uns experimentell mit dem Thema Mikroplastik im Meer im Unterricht beschäftigt und Meeressand, Kosmetika und synthetische Kleidung auf Mikroplastik untersucht und sind fündig geworden.

II. Aufklärung/Öffentlichkeitsarbeit
3. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer von Edeka, Herr Jensen, werden wir im Discounter die Kosmetikabteilung nach dem Gesichtspunkt: MIT- UND OHNE Mikroplastik-es gibt Alternativen, neu sortieren, mit Zahnpasta Produkten beginnen, damit der Verbraucher eindeutiger und einfacher wählen kann, welches Produkt er kaufen möchte, denn eine eindeutige Identifizierung der Inhaltsstoffe ist nur mit einem Fachwörterbuch, Lupe oder einer App zur Zeit möglich.

4. Zusätzlich hatten wir einen Informationsstand bei Edeka aufgebaut, um dem Einkäufer anschaulich zu demonstrieren, welche Partikel in Zahnpasta, Cremes, Shampoo usw. enthalten sind.

Einige Schülerinnen und Schüler von uns waren dort präsent und zeigten mit Mikroskopen dem Einkäufer die unsichtbare Gefahr und wiesen auf die verheerenden Folgen durch die Nahrungsketten hin.

Wir haben dafür spezielle Informationstafeln entwickelt.


4. Zusammen mit der Gemeinde Büsum haben wir für den Büsumer Strand Informationstafel entworfen, die den Touristen und den Einheimischen auf das Plastik-Problem im Meer aufklären.


Text: Claudia Brandt, Dr. Kirstin Poremba

Fotos: KiPo