Lebendiger WiPo-Unterricht

Podiumsdiskussion in der Schule am Meer

Im Rahmen der bevorstehenden Kommunalwahl haben die Klassen 9c und 10a mit ihren Lehrern Bernd Hansen und Ann-Christin Wien vier Gemeindevertreter zu einer Podiumsdiskussion in die Schule am Meer eingeladen. Der Einladung gefolgt waren Dietmar Böcker (FWB), Susanne Kähler (SPD), Hugo Köhler (FDP) sowie Gabriele Landberg (CDU). Vier Schüler saßen zwischen den Podiumsteilnehmern, moderierten und achteten auf einen geordneten Ablauf. Die Schüler und auch die Lehrer hatten viele Fragen an die Kommunalpolitiker.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiter Dr. Ulrich Bleckwehl stellten die vier sich zunächst vor und schilderten ihr persönlichen Hintergründe, warum sie sich in der Kommunalpolitik engagieren. Den Anfang machte Gabriele Landberg. Sie ist seit 2003 im Gemeinderat. „Es ging mir auf die Nerven, dass immer gemeckert wird, aber nur wenige sich bereit erklären, mitzumachen“, erläuterte sie. Sie möchte Politik machen für den Ort und sich für zum Beispiel für die Weiterentwicklung des Tourismus einsetzen. Hugo Köhler ist seit 1989 in der FDP und seitdem auch in verschiedenen Ausschüssen. Zwischen 1998 und 2000, das konnte er nicht ganz genau erinnern, ist er in den Gemeinderat eingetreten. Seine Motivation: Er hat Spaß an der Politik und engagiert sich gerne ehrenamtlich. Noch ist er voller Elan und möchte weiterhin dabei sein. Susanne Kähler erzählte den Zuhörern von einem Schlüsselerlebnis, durch das ihr Interesse an Lokalpolitik geweckt wurde. Als Jugendliche entlieh sie regelmäßig Bücher in einem Bücherbus in Wesseln. Der Bus sollte plötzlich abgeschafft werden. Als sie ihre Enttäuschung darüber äußerte, ermunterte man sie und Gleichgesinnte, Unterschriften für den Erhalt des Bücherbusses zu sammeln. Dabei wurde ihr zum ersten Mal bewusst, was politisches Engagement bewirken kann. Mit Anfang 20 trat sie in die SPD ein. Grundsätzlich hat sie reges Interesse daran, in der Kommunalpolitik etwas zu bewegen. In der Gemeindevertretung ist sie seit zwei Legislaturperioden. „Es ist nicht immer schön, denn es gibt auch Auseinandersetzungen. Aber es ist schön, dass man mitgestalten kann“, sagt sie. Dietmar Bröcker wollte ursprünglich nie politisch aktiv sein. Doch dann stellte er fest, dass ihm etwas fehlte und dass er gerne was machen würde. Er kam ins Gespräch mit den Freien Wählern Büsum, hat „reingeschnuppert“ und sich zunächst als bürgerliches Mitglied im Ausschuss engagiert. Inzwischen ist er Fraktionsvorsitzender. Wichtig ist ihm, gemeinsam etwas zu erreichen.

 

Nach der Vorstellungsrunde durften Schüler und Lehrer aus dem Publikum gezielt an die einzelnen Gemeindevertreter ihre Fragen richten. Zur Vorbereitung hatten sich viele intensiv mit dem Wahlprogramm der einzelnen Fraktionen auseinander gesetzt. Die Fragen kamen aus den Bereichen Tourismus, Infrastruktur, schnelleres Internet, Barrierefreiheit, bezahlbarer Wohnraum für Familien, Einflüsse der Bundes- und Landespolitik auf die Kommunalpolitik und natürlich die Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Schulstandorts Büsum. Wie schon kürzlich im Gedankenaustausch mit Annedore Prieß wurde auch in dieser Diskussion deutlich, dass viele einheimische Schüler dem Tourismus kritisch gegenüber stehen. Wenngleich den meisten grundsätzlich klar ist, das der Tourismus in dieser Region zu den Haupt-Einnahmequellen zählt, so reagierten einige zunächst skeptisch, dass eines der Ziele der FDP ist, die Nebensaison zu beleben. Von besonderem Interesse war für die Schüler selbstverständlich die Frage nach den Plänen der einzelnen Fraktionen zum weiteren Ablauf der Baumaßnahmen an der Schule am Meer. Den Schülern wurden die Bedenken genommen, dass die Pavillons eine Dauerlösung bleiben würden. Außerdem gaben die Kommunalpolitiker einige Erklärungen dazu ab, warum sich die Schul-Sanierungsmaßnahmen so verzögern würden. Sie begründeten dies beispielsweise mit dem allgemeinen Bauboom und der Änderung der Marschrichtung in Sachen Schulpolitik. Am Ende bekräftigten alle vier, dass die jungen Leute Mut haben sollen, sich selbst politisch zu engagieren oder wenigstens zum öffentlichen Teil interessanter Ausschuss-Sitzungen in das Büsumer Rathaus zu kommen.

Text und Bilder: Claudia Brandt